Warum ein Protokoll auf Papier gut funktionieren kann

Ein Peak-Flow-Meter ist klein und passt in jede Tasche, ein Protokoll dazu kann genauso einfach sein. Eine Tabelle im Taschenformat reicht aus, um Werte über Wochen zu sammeln, mehr zur Messung selbst im Beitrag Peak Flow messen.

Aufbau einer einfachen Tabelle

  • Datum und Uhrzeit
  • Gemessener Wert
  • Bedarfsmedikation, falls verwendet
  • Besonderheiten wie Atemnot, Infekt oder hoher Pollenflug

Drei Messungen pro Termin werden nach den Empfehlungen der Deutschen Atemwegsliga durchgeführt, notiert wird nur der höchste der drei Werte.

Vorlage zum Ausdrucken: Genau diese Tabelle gibt es als kostenloses PDF – ohne Anmeldung, direkt herunterladen.

Wie die Messung richtig abläuft

Im Stehen messen, den Zeiger vorher auf Null stellen, tief einatmen, kurz die Luft anhalten, das Mundstück fest mit den Lippen umschließen und dann so kräftig wie möglich ausatmen. Diese Schritte dreimal wiederholen und den höchsten Wert eintragen. Für Menschen mit Asthma wird eine Messung mindestens zweimal täglich empfohlen, zusätzlich bei Atemnot oder während eines Infekts.

Was die Werte im Ampelsystem bedeuten

Viele Asthma-Aktionspläne ordnen die gemessenen Werte einem Ampelsystem zu, das sich auf den persönlichen Bestwert bezieht, also den höchsten je gemessenen Wert einer Person. Liegt der aktuelle Wert über 80 Prozent des persönlichen Bestwerts, gilt das als grüner Bereich ohne besonderen Handlungsbedarf. Zwischen 50 und 80 Prozent liegt der gelbe Bereich, der auf eine beginnende Verschlechterung hinweisen kann. Unter 50 Prozent gilt der rote Bereich, der nach dem individuellen Aktionsplan schnelles Handeln erfordert. Ob und wie diese Schwellenwerte für die eigene Situation gelten, legt die behandelnde Praxis im persönlichen Asthma-Aktionsplan fest. Ein handschriftliches Protokoll macht diesen Bezug zum Bestwert erst nutzbar, wenn der Bestwert selbst notiert und bei jeder neuen Messung im Kopf mitgerechnet wird.

Tipps für den Berufsalltag

  • Das Peak-Flow-Meter und die Tabelle zusammen in einer Tasche aufbewahren.
  • Feste Uhrzeiten wählen, zum Beispiel vor der Arbeit und am Abend.
  • Auffälligkeiten sofort notieren, solange sie noch präsent sind.
  • Das Protokoll zum nächsten Termin bei der Lungenfachärztin oder dem Lungenfacharzt mitbringen.

Wo Papier an seine Grenzen stößt

Eine Papiertabelle gleicht einer Wetterstation, die zwar zuverlässig Temperaturen aufzeichnet, aber keinen Blick auf die Wetterkarte drumherum wirft. Sie zeigt die Peak-Flow-Werte für sich, ordentlich untereinander, aber ohne den Zusammenhang zu dem, was an diesem Tag sonst noch passiert ist. Ob ein niedrigerer Wert mit einem Tag hoher Feinstaub- oder Pollenbelastung zusammenfällt, zeigt sie nicht automatisch. Dafür müssten Umweltinformationen zusätzlich nachgeschlagen und von Hand neben die eigenen Werte gelegt werden, Tag für Tag, Woche für Woche. Auch der Vergleich mit dem persönlichen Bestwert aus dem Ampelsystem bleibt Kopfrechnung, solange die Tabelle selbst keine Einordnung vornimmt.

Wie DOKINA das Peak-Flow-Protokoll vom Papier ablöst

DOKINA soll Peak-Flow-Werte, Bedarfsmedikation und Umweltinformationen wie Pollenflug automatisch in einem gemeinsamen Verlauf zusammenführen, damit sich Muster entdecken lassen, ohne von Hand nachzuschlagen. Die Lösung ist noch nicht verfügbar. Wie Markus Vogt seine Atemwerte im Berufsalltag mit Asthma dokumentiert, zeigt seine Geschichte aus dem Alltag.

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Häufig gestellte Fragen

Wie oft sollte ich das Protokoll ausfüllen?

Bei Asthma wird mindestens zweimal täglich gemessen und notiert, typischerweise morgens und abends, weil sich Unterschiede zwischen den beiden Tageszeiten zeigen können. Häufiger gemessen und eingetragen wird bei spürbarer Atemnot oder während eines Atemwegsinfekts, da sich eine Verschlechterung so früher im Protokoll abzeichnet. Die genaue Häufigkeit und ob zusätzliche Messzeitpunkte sinnvoll sind, legt die behandelnde Praxis im individuellen Asthma-Aktionsplan fest.

Reicht eine Messung pro Termin?

Empfohlen werden drei Messungen hintereinander im Abstand weniger Sekunden, von denen nur der höchste Wert notiert wird. Der Grund dafür ist, dass die erste Messung durch eine noch nicht optimale Atemtechnik leicht niedriger ausfallen kann als die tatsächliche Leistungsfähigkeit der Atemwege. Eine einzelne Messung würde dieses Risiko einer verzerrten Momentaufnahme nicht ausgleichen. Der höchste der drei Werte gilt deshalb als der aussagekräftigste und wird als Tageswert in die Tabelle eingetragen.