Was Peak Flow misst
Peak Flow ist die maximale Geschwindigkeit, mit der Luft beim kräftigen Ausatmen aus der Lunge strömt. Gemessen wird sie mit einem kleinen, handlichen Gerät, das in Beruf und Alltag mitgeführt werden kann. Der Wert gibt einen schnellen Hinweis darauf, wie frei die Atemwege in diesem Moment sind. Angegeben wird er in Liter pro Minute. Klassische Peak-Flow-Meter sind rein mechanische Geräte mit einem Zeiger auf einer Skala, es gibt inzwischen aber auch digitale Varianten, die den Wert direkt speichern und teils mit einer App verbinden lassen. Beide Bauarten messen nach demselben Prinzip und liefern vergleichbare Werte, solange dasselbe Gerät durchgehend verwendet wird. Peak Flow ersetzt dabei nicht die ausführlichere Lungenfunktionsmessung in der Praxis, die Spirometrie. Sie misst zusätzliche Werte wie die Einsekundenkapazität, kurz FEV1, das Luftvolumen, das nach vollständigem Einatmen innerhalb der ersten Sekunde kräftig ausgeatmet werden kann, und liefert damit ein umfassenderes Bild der Lungenfunktion. Peak Flow ist dafür einfach genug, um mehrmals täglich selbst gemessen zu werden, während eine Spirometrie ein Gerät in der Praxis voraussetzt.
Wie die Messung richtig abläuft
Nach den Informationen der Deutschen Atemwegsliga läuft eine korrekte Messung so ab:
- Immer im Stehen messen, mit dem Zeiger auf Null gestellt.
- Tief einatmen und kurz die Luft anhalten.
- Das Mundstück fest mit den Lippen umschließen.
- So schnell und kräftig wie möglich ausatmen, ähnlich wie beim Ausblasen einer Kerze.
- Die Messung dreimal wiederholen und den höchsten der drei Werte notieren.
Für Menschen mit Asthma wird eine Messung mindestens zweimal täglich empfohlen, zusätzlich bei spürbarer Atemnot oder während eines Atemwegsinfekts.
Was der persönliche Bestwert bedeutet
Der persönliche Bestwert ist der höchste Wert, den eine Person bei guter Einstellung ihrer Behandlung über mehrere Wochen regelmäßiger Messung erreicht hat. Dieser Wert wird gemeinsam mit der behandelnden Praxis ermittelt und dient als individueller Bezugspunkt, nicht ein allgemeiner Tabellenwert. Zwei Menschen mit denselben Körpermaßen können unterschiedliche persönliche Bestwerte haben.
Warum ein Protokoll mehr zeigt als eine einzelne Messung
Eine einzelne Peak-Flow-Messung schwankt naturgemäß, je nach Tageszeit, Anstrengung oder Tagesform. Erst ein Protokoll über mehrere Tage und Wochen zeigt, ob sich ein Muster abzeichnet, etwa niedrigere Werte zu bestimmten Tageszeiten oder in bestimmten Jahreszeiten. Auf Papier geführt, geht dieser Überblick über die Zeit leicht verloren, weil sich niemand jede einzelne Zahl über Wochen merken kann.
Wie DOKINA das Peak-Flow-Protokoll digital führt
DOKINA soll die Peak-Flow-Werte gemeinsam mit anderen Atemwerten, der Bedarfsmedikation und Umweltinformationen wie Pollenflug in einem Verlauf führen. So sollen sich Muster über die Zeit entdecken lassen, statt sich auf einzelne Messungen zu verlassen. Mehr zum Aufbau der Lösung steht unter Technologie. Wie Markus Vogt seine Atemwerte im Berufsalltag mit Asthma dokumentiert, zeigt seine Geschichte aus dem Alltag.
Weiterführende Artikel
- Wer die Werte lieber auf Papier notiert, findet eine Vorlage im Artikel Peak-Flow-Protokoll auf Papier.
- Welche äußeren Einflüsse dabei eine Rolle spielen können, beschreibt Asthma und Wetter.
- Wie die Werte in den nächsten Arztbericht einfließen, zeigt Bericht für den Arzttermin vorbereiten.
Häufig gestellte Fragen
Wie oft sollte ich Peak Flow messen?
Bei Asthma wird nach Angaben der Deutschen Atemwegsliga mindestens zweimal täglich gemessen, typischerweise morgens und abends. Die Atemwege sind am Morgen oft etwas empfindlicher, sodass sich Unterschiede zwischen den beiden Messzeitpunkten zeigen können. Häufiger gemessen wird bei spürbarer Atemnot oder während eines Atemwegsinfekts, um Veränderungen frühzeitig zu bemerken. Die genaue Häufigkeit und ob zusätzliche Messzeitpunkte sinnvoll sind, legt die behandelnde Praxis fest.
Woher weiß ich meinen persönlichen Bestwert?
Er wird ermittelt, indem über mehrere Wochen bei guter Einstellung der Behandlung regelmäßig gemessen wird und der jeweils höchste erzielte Wert notiert wird. Viele Asthma-Schulungen und -Pläne orientieren sich danach an einem Ampel-Prinzip: Werte über etwa 80 Prozent des persönlichen Bestwerts gelten als grüner Bereich, Werte zwischen 50 und 80 Prozent als gelber Warnbereich und Werte darunter als roter Bereich, in dem zeitnah ärztlicher Rat gesucht werden sollte. Die genaue Einteilung und was daraus im Einzelfall folgt, legt die behandelnde Praxis fest.
Ersetzt Peak Flow den Arztbesuch?
Nein. Peak Flow ist eine Selbstkontrolle zwischen den Terminen, mit der sich Veränderungen frühzeitig bemerken lassen, bevor sie sich als spürbare Atemnot zeigen. Eine Bewertung, was ein veränderter Wert im Einzelfall bedeutet und ob zum Beispiel die Bedarfsmedikation angepasst werden sollte, bleibt bei der behandelnden Praxis. Sie kennt dafür auch die übrige Krankengeschichte und die aktuelle Behandlung.