Warum die Vorbereitung oft zu kurz kommt

Ein Termin in der Praxis dauert häufig nur zehn bis fünfzehn Minuten. In dieser Zeit soll erklärt werden, was sich seit dem letzten Besuch verändert hat, welche Werte gemessen wurden und wie es der Person insgesamt geht. Wer sich erst im Wartezimmer daran erinnert, was eigentlich wichtig war, lässt oft genau die Details aus, die für die Praxis am hilfreichsten wären.

Das liegt selten an fehlendem Willen. Es liegt daran, dass die Informationen über Wochen verteilt entstehen und selten an einem Ort zusammenkommen. Eine kurze, klare Vorbereitung ändert daran viel, ohne dass es großen Aufwand braucht. Dabei haben Patientinnen und Patienten seit dem Patientenrechtegesetz von 2013 einen ausdrücklichen gesetzlichen Anspruch darauf, ihre eigene Patientenakte einzusehen und sich davon eine Kopie geben zu lassen, geregelt in § 630g des Bürgerlichen Gesetzbuchs. Wer diesen Anspruch nutzt, kann eigene Aufzeichnungen mit den in der Praxis dokumentierten Angaben abgleichen und so Lücken in der eigenen Vorbereitung erkennen.

Was in einen guten Bericht gehört

Vier Punkte machen aus einzelnen Erinnerungen eine brauchbare Übersicht:

Werte im Verlauf, nicht nur der letzte Messwert. Ein einzelner Blutdruckwert sagt wenig. Der Verlauf über mehrere Wochen zeigt, ob sich etwas verändert hat.

Veränderungen am Körper mit Datum. Wann genau ist eine Veränderung aufgefallen, und hat sie sich seitdem verändert? Ein Datum macht die Angabe belastbar.

Das eigene Befinden über die Zeit. Nicht nur der aktuelle Tag zählt, sondern ob sich ein Muster über mehrere Tage oder Wochen zeigt.

Was tatsächlich genommen wurde. Der Medikationsplan zeigt, was verordnet ist. Für die Praxis ist oft genauso wichtig, was davon im Alltag tatsächlich eingenommen wurde und wo es Abweichungen gab.

Wer diese vier Punkte kurz zusammenträgt, kommt mit einer klaren Grundlage in den Termin, statt sich im Gespräch an Details erinnern zu müssen.

Was besser draußen bleibt

Nicht jede Information hilft weiter. Eine lange Liste aller Messwerte der letzten Monate ohne Einordnung kostet in der Praxis mehr Zeit, als sie spart. Auch eigene Schlussfolgerungen wie eine vermutete Diagnose lenken oft vom eigentlichen Gespräch ab. Hilfreicher sind konkrete Beobachtungen als vage Aussagen: „Der Blutdruck lag an drei Tagen über 150" sagt mehr als „Mir ging es zuletzt nicht gut."

So wird aus einzelnen Notizen ein Überblick

Der Schlüssel liegt darin, die vier genannten Punkte nicht getrennt zu sammeln, sondern an einem Ort zusammenzuführen und nach Zeitraum sortiert durchzusehen, bevor der Termin ansteht. Das kann ein einfaches Notizbuch sein. Es kann auch eine Anwendung sein, die Werte, Veränderungen am Körper, Befinden und Medikamente ohnehin schon in einem gemeinsamen Verlauf führt. Dann muss für den Bericht nur noch ein Zeitraum ausgewählt werden.

Wie DOKINA den Bericht für den Arzttermin erstellt

DOKINA soll genau diesen letzten Schritt einfacher machen. Aus dem gemeinsamen Verlauf lässt sich ein Bericht als PDF-Datei zusammenstellen. Inhalte und Zeitraum wählt die Person selbst aus. Die Datei liegt danach bei der Person. Sie kann sie ausdrucken, per E-Mail versenden oder selbst in ihre eigene elektronische Patientenakte legen. Eine automatische Anbindung an die elektronische Patientenakte oder die Telematikinfrastruktur ist nicht Teil des Vorhabens. Mehr zum Aufbau der Lösung steht unter Technologie. Wie sich verstreute Werte und Arztbriefe im Alltag anfühlen, schildern die alltäglichen Herausforderungen von Elisabeth Berger.

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Häufig gestellte Fragen

Muss ich für einen Bericht immer alle Daten der letzten Monate angeben?

Nein. Sinnvoller ist eine Auswahl, die zum Anlass des Termins passt. Bei einer regelmäßigen Kontrolle reicht oft der Zeitraum seit dem letzten Besuch. Bei einem akuten Anlass wie einer neuen Beschwerde sind eher die Tage oder Wochen unmittelbar davor relevant. Eine unsortierte Sammlung aller je gemessenen Werte kostet in der ohnehin knappen Zeit eines Termins mehr Zeit beim Sichten, als sie an Erkenntnis bringt, und lenkt leicht vom eigentlichen Anliegen ab.

Kann der Bericht automatisch in die elektronische Patientenakte übertragen werden?

Nein. Der Bericht entsteht als Datei, die die Person selbst weitergibt, etwa an die Praxis oder in die eigene elektronische Patientenakte. Eine automatische Anbindung an die ePA oder die Telematikinfrastruktur ist bewusst nicht vorgesehen, damit die Person allein entscheidet, was, wann und mit wem geteilt wird. Der Umweg über eine selbst weitergegebene Datei ist zwar ein zusätzlicher Schritt. Er gibt aber die volle Kontrolle in die eigene Hand, statt Daten automatisch in ein System fließen zu lassen, das die Person nicht selbst steuert.

Wie oft sollte ein solcher Bericht erstellt werden?

Das hängt vom Anlass ab. Vor einem geplanten Kontrolltermin, etwa alle drei bis sechs Monate, reicht meist eine einmalige Zusammenstellung kurz vorher. Bei häufigeren Kontrollen, etwa bei frisch eingestellter Medikation oder nach einem Krankenhausaufenthalt, kann es hilfreich sein, den Verlauf wöchentlich kurz durchzusehen. So zeigen sich auffällige Veränderungen nicht erst kurz vor dem nächsten Termin, wenn sie schon länger zurückliegen und schwerer einzuordnen sind.