Wer ist Renate Kaiser?
63 Jahre · zurück im Alltag, ambulante Maßnahmen laufen · lebt mit ihrem Mann
Renate Kaiser ist 63, arbeitet in Teilzeit im Büro einer Spedition und lebt mit ihrem Mann in einem Reihenhaus am Ortsrand. Zwei erwachsene Kinder, ein Enkel, ein Garten, der Arbeit macht. Ihr Leben war nie langsam. Sie hat auch nicht vor, daran viel zu ändern.
Vor einigen Wochen hat sich das doch geändert. Nach einem Klinikaufenthalt folgte eine dreiwöchige stationäre Rehabilitation: Bewegung nach Plan, Ernährungsberatung, jeden Morgen gemessene Werte, jemand, der nachfragt. Sie hat sich dort sicher gefühlt. Am Entlassungstag bekam sie einen Bericht, Empfehlungen für zu Hause und Termine für die ambulante Nachsorge.
Inzwischen ist sie zurück im Alltag: Arbeit, Haushalt, Garten. Die Maßnahmen laufen weiter, nur eben ambulant: ein fester Termin in der Woche, dazu eine Bewegungsgruppe. Zwischen diesen Terminen ist sie wieder allein zuständig. Sie misst morgens den Blutdruck, wiegt sich und geht ihre Runden. An manchen Tagen weiß sie nicht, ob das, was sie spürt, dazugehört oder nicht. Ihr größter Wunsch ist nicht, mehr zu messen. Er ist, dass die Menschen, die sie weiter betreuen, ihre Werte auch sehen.
Auf einen Blick
- Alter63 Jahre
- LebenssituationTeilzeit berufstätig, lebt mit Ehemann
- SituationStationäre Reha abgeschlossen, zurück im Alltag; ambulante Maßnahmen und Bewegungsgruppe laufen weiter
- BehandlungHausärztin, Facharzttermin, ambulante Nachsorge der Reha-Einrichtung, Bewegungsgruppe
- TechnikBlutdruckmessgerät, Personenwaage, einfache Schrittzähler-Uhr, Smartphone
- Wichtigstes ZielDas in der Reha Erreichte im Alltag halten. Und in den ambulanten Terminen nicht jedes Mal bei null anfangen
Die Maßnahmen laufen weiter, die Daten nicht mit
Renate Kaiser ist weiter in Behandlung, nur eben ambulant und verteilt auf mehrere Stellen. Was zwischen den Terminen zu Hause geschieht, kommt dort nicht an.
Stationär täglich, ambulant stundenweise
In der Einrichtung wurde jeden Tag gemessen und besprochen. Jetzt gibt es einen Termin in der Woche und die Bewegungsgruppe. Die übrigen sechs Tage landen in einem Heft und in einer Waagen-App. Gesehen hat sie danach niemand mehr.
Unsicherheit statt Einordnung
An manchen Tagen ist sie schneller außer Puste als an anderen. Ist das normal für diese Phase? Liegt es am Wetter, am Schlaf, am Garten? Renate Kaiser hat niemanden, den sie zwischendurch fragen kann, und will wegen jeder Kleinigkeit nicht anrufen.
Jeder sieht nur seinen Ausschnitt
Die Hausärztin, die ambulante Nachsorge und die Bewegungsgruppe fragen jeweils, wie es lief. Renate Kaiser erzählt, was ihr einfällt. Jedes Mal ein bisschen anders. Die Wochen dazwischen lassen sich aus dem Gedächtnis nicht rekonstruieren, und ihr Heft nimmt sie meist nicht mit.
Sie entscheidet, was aus ihrem Alltag in der Nachsorge ankommt
Zwischen den ambulanten Terminen liegen Tage. Was in dieser Zeit zu Hause geschieht, kennt nur Renate Kaiser selbst. Und niemand fragt strukturiert danach.
Ein Bericht, den sie weitergibt
Aus ihren Werten und den Beobachtungen, die sie auswählt, entsteht ein Bericht als Datei. Sie gibt ihn über die Teilen-Funktion weiter: an die Einrichtung, an die Praxis oder in ihre elektronische Patientenakte.
Nichts läuft automatisch
Kein Zugriff entsteht nebenbei. Jede Weitergabe ist ein bewusster Schritt. Jede Freigabe lässt sich jederzeit beenden. So bleibt sie diejenige, die über ihre Daten bestimmt.
Sammeln, verstehen, weitergeben
So könnte DOKINA die Zeit zwischen den ambulanten Terminen begleiten: aus einzelnen Messungen wird ein durchgehender Verlauf. Und dieser Verlauf kommt dort an, wo weiterbehandelt wird.
Sammeln
Blutdruck und Gewicht kommen aus den Geräten, die sie ohnehin nutzt, die Schritte aus ihrer Uhr; auch die Übungen aus der Bewegungsgruppe hält sie kurz fest. Dazu ein paar Sekunden am Abend: Wie belastbar war der Tag, wie hat sie geschlafen, was hat sie getrunken, welche Medikamente hat sie genommen. Große Felder, klare Sprache, keine Fachbegriffe.
Verstehen
Weil alles in einem Verlauf liegt, wird sichtbar, was die anstrengenden Tage gemeinsam haben. Und was die guten Tage gemeinsam haben. Renate Kaiser liest eine kurze, ruhig formulierte Beobachtung über ihre eigenen Daten. Sie sagt ihr nicht, was sie tun soll; sie gibt ihr etwas an die Hand, worüber sie nachdenken oder sprechen kann.
Weitergeben
Vor dem nächsten ambulanten Termin wählt sie aus, was in ihren Bericht soll, und teilt die Datei. Das geht so, wie sie ein Foto verschickt. Sie kann ihn mitbringen, an ihre Hausärztin schicken oder selbst in ihre elektronische Patientenakte einstellen, sofern die Akten-App ihrer Krankenkasse das annimmt. So kommt an, was sie zu Hause gemessen und erlebt hat, ohne dass sie es bei jedem Termin neu erzählen muss.
Der Verlauf nach der Entlassung. Blutdruck, Gewicht und Belastbarkeit über die Wochen. Ausgewählt, zusammengefasst und weitergebbar.
Die Perspektive von Renate Kaiser
„In der Reha hat jeden Morgen jemand auf meine Werte geschaut. Jetzt bin ich noch in Behandlung, aber die sechs Tage dazwischen sieht niemand.“Renate Kaiser, Beispiel, keine reale Person
Welche Funktionen für sie zählen
Weitermessen ohne Aufwand
Blutdruck, Gewicht und Schritte kommen aus den vorhandenen Geräten; für alles andere genügen wenige Sekunden am Abend.
Der eigene Verlauf als Maßstab
Verglichen wird mit ihren eigenen Wochen, nicht mit einem Durchschnitt. Gerade in der Zeit, in der sich vieles ohnehin verändert.
Bericht dorthin, wo weiterbehandelt wird
Über die Teilen-Funktion des Smartphones: an die Praxis, an die ambulante Nachsorge oder in die eigene elektronische Patientenakte. Jede Weitergabe entscheidet sie selbst.
Ruhige, verständliche Sprache
Beobachtungen beschreiben, was auffällt. Ohne Bewertung, ohne Diagnose und ohne Aufforderung, an der Behandlung etwas zu ändern.
Begriffe rund um die Zeit nach der Reha, kurz erklärt
Diese Wörter stehen im Entlassungsbericht und in den Unterlagen der Nachsorge. Hier stehen sie in einfacher Sprache.
Anschlussheilbehandlung
Die Reha direkt nach einem Krankenhausaufenthalt, kurz AHB.
Reha-Nachsorge
Termine und Übungen, die nach der stationären Reha ambulant weiterlaufen.
Entlassungsbericht
Der Bericht, den die Klinik am Entlassungstag mitgibt. Er nennt Diagnosen, Medikamente und Empfehlungen für zu Hause.
Belastbarkeit
Wie viel Bewegung oder Anstrengung an einem Tag möglich ist, ohne dass es zu viel wird.
Vitalwerte
Gemessene Werte wie Blutdruck, Puls, Gewicht, Temperatur und Sauerstoffsättigung.
Elektronische Patientenakte
Die Akte der Krankenkasse, kurz ePA. Einen eigenen Bericht stellt die Person selbst hinein.
Auch Anna Berger unterstützt aus der Ferne
Anna Berger ist 52 und hilft ihrer Mutter, die eine halbe Stunde entfernt allein lebt. Dieselbe Idee, gesehen aus der Rolle der Angehörigen.
Renate Kaiser ist ein Beispiel, keine reale Person. Die beschriebenen Abläufe zeigen, wie die Lösung gedacht ist.